Kurze Einführung in die Gottesbeweise

Gottesbeweise sind Versuche, die Existenz eines Gottes zu beweisen.

Kurzer geschichtlicher Überblick

Gottesbeweise finden sich unter anderem in:

  • der Philosophie der Antike (z. B. bei Seneca und Cicero)
  • der jüdischen und frühchristlichen Apologetik (Verteidigung einer Anschauung, im christlichen Sinne wissenschaftlich rationale Absicherung des Glaubens)
  • den Werken der Kirchenväter[1] (z. B. Augustinus)
  • der Philosophie des Mittelalters als Gottesbeweise der Scholastik[2], wobei Anselm von Canterbury als Wegbereiter gilt
  • rationalistischen Anstrengungen von Leibniz und Descartes

Motive

  • in der vorchristlichen Antike / im christlichen Mittelalter Europas stand die Existenz von Göttern / eines Gottes meist nicht in Frage → Ziel der Beweise ist, religiöse Überzeugungen zu stützen und theoretisch zu untermauern
  • Heiden bekehren
  • Glauben legitimieren

Allgemeine Unterteilung

  • apriorisch
    • unabhängig von der Erfahrung (zum Beispiel wie bei Anselm aus dem Begriff heraus)
  • aposteriorisch
    • gründen sich auf Erfahrung (Beispiel: fünf Wege)

Zudem kann im Wesentlichen in ontologische, kosmologische, teleologische und moralische Gottesbeweise unterschieden werden.

Allgemeine Kritik

Ein allgemeiner Kritikpunkt an den folgenden Gottesbeweisen ist, dass sie selbst würden sie funktionieren keine Verbindung zu einer Religion beweisen. Zudem gibt es Gott als allgemein definierten Begriff nicht, der Bezug ist meist ein Schöpfergott nach abrahamitischer Definition.

[1] Christlicher Autor der ersten acht Jahrhunderte mit entscheidendem Einfluss auf das Christentum

[2] Denkweise und Methode der Beweisführung (1. Prämisse, 2. Argumente pro und kontra, 3. Fazit), zudem im christlichen Sinne von den Leitsätzen ,,Glaube der nach Einsicht sucht“ und ,,Ich glaube, damit ich verstehe“ geprägt

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