Genetik

Die Mendelschen Regeln

1. Regel - Uniformitätsregel

Kreuzt man zwei Individuen einer Art miteinander, die sich in einem Merkmal unterscheiden (= monohybrider Erbgang), aber jeweils reinerbig (homozygot) sind, dann sind die Nachkommen alle uniform (= gleich).

2. Regel - Spaltungsregel 

Kreuzt man zwei heterozygote Individuen aus der F1-Generation miteinander, so spaltet sich die F2-Generation im Verhältnis 1:2:1 im Genotyp und 3:1 im Phänotyp auf.

3. Regel - Neukombinationsregel / Unabhängigkeitsregel

Kreuzt man zwei Individuen einer Art miteinander, die sich in mehreren Merkmalen unterscheiden (= dihybrider Erbgang), aber jeweils reinerbig (homozygot) sind, dann werden die Merkmale unabhängig voneinander vererbt.

Wichtige Begriffe der Genetik definiert

Begriff

Definition

Gen

Ein Abschnitt auf der DNA oder RNA, der für Proteine codiert.

Genotyp

Erbbild

Phänotyp

Erscheinungsbild

homozygot

Reinerbig, 2 identische Allele

heterozygot

Mischerbig, 2 unterschiedliche Allele

dominant

das Allel setzt sich durch, nur ihr Merkmal kommt zur Ausprägung (werden mit Großbuchstaben gekennzeichnet z. B. A)

rezessiv

setzt sich im Phänotyp nicht durch, aber ist im Genotyp trotzdem erhalten (Gegenteil von dominant, Kleinbuchstaben z. B. a)

Parentalgeneration (lat. parens = Eltern)

Elterngeneration

Filialgeneration (lat. filia = Tochter)

Tochtergeneration

Keimzellen (= Gameten)

Samen und Eizelle

monohybrider Erbgang

Nur ein Merkmal wird betrachtet

dihybrider Erbgang

Mehrere Merkmale werden betrachtet

Autosomen

Geschlechtsunabhängige Chromosomen, 1.- 22. Chromosom

Gonosomen

Geschlechtschromosomen, 23. Chromosom (XX = Frau, XY = Mann) 

Konduktoren

Überträger, Personen, die heterozygot gesund sind, also das rezessive Allel in sich tragen, ohne einen Phänotyp zu entwickeln (Aa)

Erbgänge

Dominant-rezessiver Erbgang

Dominant setzt sich gegenüber rezessiv durch.

Intermediärer Erbgang

Kein Allel dominiert das andere, sondern es entstehen Mischformen z. B. rote Blüten werden mit weißen Blüten gekreuzt, dann entstehen rosa Blüten.

Kodominanter Erbgang

Beide Merkmale haben Einfluss auf den Phänotypen, d.h. beide werden ausgeprägt z. B. beim Menschen die Blutgruppen.

Rhesussystem

Personen, deren Erythrozyten das D-Antigen tragen, heißen Rhesus-positiv (Rh+). Alle anderen sind Rhesus-negativ (Rh-). Die Mehrheit der Menschen in Mitteleuropa ist Rhesus-positiv.

Eine wichtige Rolle spielt das Rhesussystem vor allem bei der Schwangerschaft: Wenn eine Rh- Mutter mit einem Rh+ Vater ein Rh+ Kind bekommt, dann kann eine Vielzahl von Ursachen dazu führen, dass die Erythrozyten des Kindes in den Blutkreislauf der Mutter gelangen, sodass es zur Bildung von Antikörpern kommt. Bei einer zweiten Schwangerschaft mit einem zweiten Rh+ Kind würde das zum Problem werden, denn die Antikörper der Mutter können die Plazentaschranke überwinden und im Kreislauf des Kindes Erythrozyten agglutinieren (= verklumpen). Das resultierende Krankheitsbild heißt Morbus haemolyticus neonatorum. Um die Bildung von Antikörpern im mütterlichen Blut zu vermeiden, führt man eine Anti-D-Prophylaxe durch.

Blutgruppe

Spendersicht: A kann nur an Blutgruppe A und AB spenden. B kann nur an B und AB spenden. AB kann nur an die Blutgruppe AB spenden und O kann an alle Blutgruppen spenden (Universaldonator).

Empfängersicht: A kann nur von der Blutgruppe A und 0 Blut bekommen. B kann nur von B und 0 Blut bekommen. AB kann von allen Blutgruppen Blut bekommen (Universalempfänger) und 0 kann nur von der Blutgruppe 0 Blut bekommen.

Empfehlungen
Stefan Zweigs Werke

Anmerkungen oder sonstige Ideen und Vorschläge können Sie gern per Mail an beitragen@lernzettel.org bzw. fehler@lernzettel.org senden.