Religionskritik nach Marx

Karl Marx (1818-1883) Religionskritik ist Übergang zur und Teil der Sozial- und Gesellschaftskritik. Seine Religionskritik äußert er hauptsächlich in ,,Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“, ,,Zur Judenfrage“ und in ,,Thesen über Feuerbach“.

Argumentation

  • Der tatsächliche Zustand der Menschen ist von Elend geprägt
  • Vor diesem Elend kommt es zur Flucht in illusorisches Glück – die Religion – das Opium des Volkes
  • Die Religion muss aufgehoben werden, um das wirkliche Elend aufzudecken und zu beseitigen
  • Die Kritik der Religion muss zur Kritik der Erde, der sozialen Zustände werden
  • → revolutionärer Humanismus: „Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, daß der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.“

 

  • In ,,Zur Judenfrage“ fordert Marx schließlich eine Gesamtemanzipation von der das Abschaffen der Religion nur ein Teil ist.

Opium des Volkes vs. Opium für das Volk

Für französische Materialisten war Religion bewusster Betrug am Volk, zur Unterwerfung und Verdummung (Opium für das Volk). Marx hingegen sieht die Religion eher als notwendige Erscheinung in bestimmten Entwicklungsphasen der Menschheit, wie auch das Ablegen dieser in einer anderen (klassenlosen) Phase (Opium des Volkes).

Kritik

  • Der Bezug ist das Christentum und die soziale Situation seiner Zeit (Kritikpunkt bei heutiger Anwendung), auch treffen die Aussagen sicherlich nicht auf alle Gläubigen zu (auch philosophischer Glaube ist möglich)
  • Nicht alle Probleme sind gesellschaftlich (allerdings trifft die Argumentation der Illusion auch auf persönliche Probleme, insbesondere den Tod und Leid zu → Nietzsches / Freuds Religionskritik | zudem fällt dieser Aspekt weg, wenn man Marx Kritik als Erweiterung von Feuerbachs Kritik versteht)
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